Was versteht man unter Wintergartenbeschattung?

Einen Wintergarten zu besitzen, gehört mit zu den schönsten und besten Möglichkeiten, seine Räumlichkeiten um ein weiteres Areal zu erweitern. Da sowohl das Dach als auch die Wände überwiegend aus Glas bestehen, ist dieser Raum mit viel Licht ausgestattet. Damit eine angenehme Raumtemperatur erreicht wird, bedient sich dieser Ort, der meist nicht größer als ein Zimmer ist, eines besonderen Mechanismus: des sogenannte Glas- oder Treibhauseffekts. Er wird dadurch erreicht, dass schon geringe direkte Sonneneinstrahlung zu einer deutlichen Aufheizung des Raumes führt. Damit dieser Effekt eintritt, ist es wichtig, das Areal nach Süden auszurichten, oder zumindest in Richtung Osten oder Westen. Wenn zu wenig Sonne an diesen Standort gelangt, muss noch eine zusätzliche Heizungstechnik verwendet werden, wie etwa eine konventionelle Fußbodenheizung, sofern der Raum als Aufenthaltsraum dienen soll.

Es gilt, drei Arten von Wintergärten zu unterscheiden: Zum einen gibt es den sogenannten kalten Wintergarten. Er dient lediglich zur Überwinterung von Pflanzen, die keinen Frost vertragen, und wird weder beheizt noch als Wohnraum genutzt. Weiterhin gibt es noch den mittelwarmen Wintergarten – dieser wird nur selten als Wohnraum genutzt, dient im Sommer manchmal als zusätzliche Terrasse und wird im Winter nur mit geringer Temperatur beheizt. Als dritte Art ist der warme Wintergarten zu nennen, der auch als Wohnwintergarten bezeichnet wird. Das ganze Jahr über ist es dort möglich, sich aufzuhalten und sogar Pflanzen, die einen sehr warmen bis subtropischen Standort benötigen, können hier sehr gut gedeihen.

Allen gemeinsam ist die Glasfassade, die jedoch je nach Wintergartenart eine andere Beschaffenheit aufweist. Hierbei muss auch auf die Energieeinsparverordnung hingewiesen werden, denn je nach Art gilt es, andere Vorschriften beim Bau einzuhalten. Die Faustregel hierbei lautet: Je wohnlicher ein Wintergarten sein soll, desto eher muss er den Verordnungen eines Wohnraums entsprechen.

Als Besitzer eines Wintergartens sollte jedoch auch eine Problematik von Anfang an (am besten schon bei der Planung) berücksichtigt werden: die Beschattung.
Wer einen Wintergarten in Richtung Norden plant, muss sich um dieses Thema kaum kümmern, da hier ja nicht viel Sonne abstrahlt. Betroffen sind deshalb besonders die Eigentümer eines südlichen Anbaus. Auch wenn der Glashauseffekt mit der Aufheizung durchaus gewünscht ist, so wird es gerade um die Mittagszeit herum doch auch unangenehm, mit viel Wärme konfrontiert zu sein. Das ist übrigens nicht nur zur warmen Jahreszeit ein Thema, denn auch im Winter scheint die Sonne mitunter so stark, dass eine Blendung vor Helligkeit nicht ausbleibt. Hierunter leiden dann die Wohnqualität und der ursprünglich beabsichtigte Zweck eines Wintergartens: Entspannung und Wohlfühlen in einem außergewöhnlichen Ambiente.

Die Beschattung stellt also eine generelle problematische Aufgabe dar, die es zu lösen gilt. Damit nicht erst im Nachhinein viel Geld zum Nachrüsten ausgegeben werden muss, sollte die Wintergartenbeschattung ein Thema schon bei der Planung und bei der Errichtung des Wintergartens sein. So könnte dann auch gleich beim Bau eine andere Art von Glas verwendet werden. Oder bestimmte Sorten von Markisen. Je nachdem ändert sich auch die Fassade des Anbaus und damit auch das Aussehen.

Es gilt abzuwägen, welche Art von Beschattung man in Anspruch nehmen möchte. Neben der großen Aufgabenstellung eine Beschattung zu wählen, die zu dem Stil des Wintergartens und des Gebäudes passt, müssen verschiedene Vor- und Nachteile berücksichtigt werden. Vermieden werden müssen unbedingt folgende Probleme: Überhitzung im Sommer, Feuchtigkeitskondensat und Schimmelpilze. Daher ist eine gute Belüftung ebenfalls von großer Bedeutung – hierzu gibt es inzwischen automatisch gesteuerte Belüftungssysteme, die eben dies verhindern sollen.

Sowohl für die Belüftung wie auch die Heizung und die Beschattung gilt es, unbedingt Experten heranzuziehen – wie bei jedem Bauwerk. Es muss die Statik geprüft sein, denn im Winter können Schneelasten auf der Glasfassade aufliegen. Aber auch die Windstärke gilt es mit zu berücksichtigen. Auch Besonderheiten, die mit der Umgebung zusammenhängen, wie ein Schallschutz oder sogar die Verwendung von Sicherheitsglas können hier eingeplant werden. Raffiniert ist die Benutzung von Glas mit Selbstreinigungseffekt oder der Einbau eines wärmegedämmten Bodens. Damit keine Nässe in die angrenzenden Räume dringt, muss eine dementsprechende Sperre angebracht werden.

Um diese verschiedenen zu beachtenden Aspekte abwägen zu können, ist es ratsam, einen Spezialisten aufzusuchen, denn der Bau eines völlig neuen Gebäudes ist schließlich nicht gerade billig und Fehler sollten hier besser vermieden werden. Um eine gute Wintergartenbeschattung zu bekommen, sollte man sich ebenfalls von einem Fachgeschäft beraten lassen. In den gelben Seiten, sowie im Internet existiert eine Vielzahl an Angeboten, die es ermöglichen auf spezielle Bauarten oder Kundenwünsche (von günstig bis sehr exklusiv) einzugehen.

Auf den nachfolgenden Seiten soll spezieller auf die Wintergartenbeschattung bzw. Wintergarteninnenbeschattung eingegangen werden, da es hier drei Möglichkeiten gibt, die Beschattung vorzunehmen: Innenbeschattung, Außenbeschattung und eine natürliche Beschattung. Je nach Anbau und Vorlieben kann man so die richtige Art von Anfang an mit einplanen.